Kaiserschnitt und Bonding – wie haben wir das gemacht

Hey ihr Lieben

Kaiserschnitt und Bonding

Ja ich hatte mir dieses Mal alles so schön vorgestellt und nach der Geburt meiner Tochter sollte es diesmal anders, besser  laufen. Ich hatte wirklich Angst vor der zweiten, besonders am Anfang der Schwangerschaft. Viele Gespräche mit meiner Hebamme habe ich geführt und mich mit Hypnobirthing beschäftigt und dann kam alles anders. Denn eine spontane Entbindung sollte unmöglich sein…

Diese meisten wissen es ja- ich „musste“ per Kaiserschnitt entbinden. Ja warum eigentlich. Musste ist leider das richtige Wort, denn es gab zwei Gründe, die eine natürliche Geburt verhinderten…

Zum einen lag der Kleine große Mann in Querlage, was die ganze Schwangerschaft schon beschwerlicher und schwieriger machte. Und zum anderen hatte ich eine Plazenta Praevia. Das bedeutet, dass sich die Plazenta vor den Muttermund legt. In meinem Fall war eine Plazenta praevia lateralis, sie lag also nicht komplett davor, sondern nur seitlich. Es wird dennoch vermutet, dass sie der Grund für die Wehen und auch für die Querlage ist. Vermutlich kam der kleine Mann mit seinem Kopf einfach nicht dadran vorbei.

Klimperklein Strampler

Schon relativ früh zeigte sich die Lage,es ist leider die wirklich die einzige Lage die eine natürliche Geburt unmöglich macht, ab. Immer wieder im Ultraschall zeigte es sich in dieser Postion. manchmal war es extrem schwierig für die Ärzte überhabt bestimmte Dinge im US darzustellen.

Ich wurde von nun an also enger betreut und die Kontrollen beim Gyn waren begleitet von einem Ultraschallbild. Das Gefährliche war vor allem, dass die Nabelschnu quasi direkt am Muttermund lagen und durch Wehen oder einen Blasensprung hätte es zu einem Nabelschnurvorfall kommen können.

Aus diesem Grund fielen auch so einige Methoden aus ihn zu einer Drehung zu bewege. Auch mein Bauchgefühl, auf das ich mich sehr gut verlassen kann, sagte mir, dass es einen Grund gibt, warum er sich nicht dreht. Erstaunlich war auch für Hebammen, dass man mir die Querlage vom Zwerg keineswegs ansah, der typische Bananenbauch blieb aus.

Je näher der ET rückte, desto mehr belastete mich diese Unplanbarkeit. Auf was sollte ich mich einstellen? Muss ich mich komplett von einer natürlichen Entbindung verabschieden, besteht noch einen Chance oder wie läuft das nun. In SSW 36 zeichnete sich jedoch immer mehr ab, dass eine Drehung wohl nicht mehr stattfinden würde und auch er ein ordentliches Gewicht haben wird.

Ich war ja bereits eine zeitlang stationär gewesen mit Blutungen und Wehen, eine drohende Frühgeburt konnten wir verhindern. Je näher der ET rückte, desto größer die Gefahr eines Blasensprungs, deswegen wird bei Querlage die Sectio noch eher als die üblichen 10 Tage vor ET ausgeführt.

Der errechnete Termin war übrigens der 12.3.2017. Also mussten wir zum Aufklärungsgespräch ins Krankenhaus. So gerne hätte ich nochmal spontan entbunden. Die erste Geburt war anstregend und nicht besonders toll, ich hätte so gerne gewusst, wie es nun werden würde.

Ich hatte mich nun ganz anderes darauf vorbereitet und vor allem mit dem Thema Hypnobirthing auseinandergesetzt. Das war jetzt alles hinfällig.

Was blieb mir nun also? Mich und mein Kind so gut es geht durch diese Situation zu manövrieren. Uns irgendwie vorzubereiten. Natürlich hatte ich Angst vor der OP und den Schmerzen, aber vor allem der Gedanke daran, dass der Kleine so völlig ahnungslos und völlig überraschend aus meinem Bauch geholt wird, bereitete mir Sorgen. Dennoch kann ich auch nicht abstreiten, dass das Wissen darüber, was nun auf uns zukommt auch eine Art Erleichterung in mir auslöste.

Der Chefarzt klärte uns nun darüber auf, dass er mit Blutverlust rechnete und auch mit Anpassungsstörungen beim Kleinen. Ich kann gar nicht sagen warum, aber darüber machte ich mir keine Sorgen. Ich war mir innerlich so sicher, dass er das nichts haben würde.

Eine andere Sorge meinerseits war aber auch groß- ich wollte nicht, dass dieses kleine Wesen aus dem geschützten, warmen Bauch von mir geholt würde und direkt von mir weg käme. Das bereitete mir doch schlaflose Nächte, also wie das ganze lösen. Eine Sectio ist nunmal eine OP, bei der einfach bestimmte Dinge eingehalten werden müssen und zudem weiß man ja nie im vorhinein wie es Kind und Mutter geht.

Ich besprach das ganze mit meiner Hebamme und ich hatte großes Glück, denn sie würde den Kaiserschnitt auch begleiten. Das beruhigte mich schon enorm.

ich erzählte von meiner Sorge und ich fragte nach Lösungsansätzen. Sie sah das ganz pragmatisch und sagte zu mir, dass ich einfach ein enges Top unter dem OP Hemdchen tragen sollte und dann würden sie mir den Kleinen nach einem Minicheck sofort auch den Bauch legen. Hach das erleichterte mich so sehr.

Ich impfte meinen Mann, dass er den Kleinen nicht aus den Augen lassen dürfte und immer lieber beim ihm wie bei mir bleiben soll. Könnte ich ihn nicht haben, sollte er ihn übernehmen.

Es ging also Los, ich bekam die Anästhesie und kam in den OP, leider merkte ich noch viel zu viel Schmerzen, woraufhin ich weitere Medikamente bekam. Der Anästhesist war ein totaler Schatz unglaublich lieb und verständnisvoll in dieser doch seltsamen Geburtssituation. Ich duselte also so vor mich hin und das ist wirklich schlimm für mich, bekam von der Geburt meines Kindes NICHTS mit ( während ich das schreibe laufen mir die Tränen). Ich sah ihn nicht zum ersten Mal, ich hörte ihn nicht schreien. Ich war wach und völlig ansprechbar, habe aber eine Amnesie. Ich weiß nur noch Bruchstücke. Mein Kleiner süßer Sohn wurde ganz kurz nebenan durchgecheckt, er hatte keinerlei Anpassungsschwierigkeiten und war für ein Baby, dass 3 Wochen zu früh kam, erstaunlich schwer mit 4150 Gramm. Und es lief wie wir es besprochen hatten, nur mit einer Mütze auf dem Kopf legte mir die Hebamme das kleine Bündel nackig auf meine Brust unter dieses Top. Und obwohl mit mir nicht alles gut lief, mein Kreislauf verrückt spielte und ich sehr viel Blut verloren habe, blieb er da liegen, bis später im Kreissaal die U1 gemacht wurde (Da war ich wieder völlig bei mir). Ich fragte Hebamme und Mann ständig,ob es ihm gut ginge, das muss ich ca 10 mal gefragt haben. Aber ich streichelte ihn, küsste ihn, während die Ärzte ihre Arbeit taten.

Zum Glück war das so möglich, alles andere hätte mich sehr unglücklich gemacht. Ich hätte aber auch ein anderes Krankenhaus gesucht ansonsten.

Wirklich wahrgenommen habe ich meinen kleinen Sohn, den ich mir GENAU so vorgestellt hatte, erst im Aufzug nach oben in den Kreissaal.

Oft habe ich den Begriff „geholt“ benutzt, er wurde aus meinem Bauch geholt und im Grunde habe ich nicht dafür getan ihn zu gebären. Aber eine Hebamme sagte so schön: “ Du hast deinen Sohn auch geboren, nur auf eine andere Art und Weise“.

Es ist nun mal so, dass eine Sectio eine OP ist und es wirklich ein sehr seltsames Gefühl zu wissen, wann das Kind kommen wird. Ich werde versuchen mich nicht auf diesen Moment zu stürzen, den ich verpasst habe, sondern auf die vielen die wir schon gemeinsam hatten und haben werden.

Wie war es bei euch? Lief alles wie ihr dachtet? Wie war euer empfinden (Sectio oder nicht, geplant oder Notsectio)

 

(Die Fotos stammen auf den ersten paar Wochen)

Schnitt: Alle aus dem Buch „Babyleicht“

Eure Anni

 

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